Abschied

…beginnt langsam. In zwei Wochen liege ich um die Zeit friedlich schlummernd in einem deutlich bequemeren Bett, mit einer tollen Frau, zum Frühstück wird es hoffentlich echtes Brot geben, und das sind drei Dinge, auf die ich mich sehr freue.

Andererseits war heute der erste von vielen „Ein letztes Mal…“-Momenten: Das letzte Kampagnentreffen für Mark. Die nächsten Tage (bis zum 21. August) werde ich nochmal jede Menge Stunden für die Kampagne abreißen und mein ganz privates Arbeitszeitkonto ausgleichen (nicht, dass das hier jemanden außer mir interessieren würde), aber schon jetzt wird deutlich, dass der Kampagne meine Arbeitskraft schmerzlich fehlen wird (klar, 40+ unbezahlte Stunden pro Woche sind schon was wert…) Gestern hatten wir einen Geburtstag in der Kampagne, der gefeiert wurde, und zu vorgerückter Stunde wurden detaillierte Heiratspläne geschmiedet, die mir einen längeren Aufenthalt in San Francisco ermöglichen sollten…

Wenn ich mir meinen Zeitplan für die nächsten Tage anschaue, war heute wohl auch der letzte Tag meiner Streetskate-Aktivitäten – schade, denn gerade vorgestern habe ich den perfekten Spot gefunden, und das gerade mal fünf Minuten von meinem Haus entfernt. Und den Skatepark habe ich noch gar nicht richtig genutzt… andererseits hat heute eine Rolle den Geist aufgegeben. Ein letztes Mal der anderen Sorte.

Und was bleibt noch zu tun? Ein Berg von bereits geschriebenen Postkarten will adressiert und frankiert werden (ich hab euch nicht vergessen). Einmal will ich auf die Twin Peaks und mir den Sonnenuntergang über dem Pazifik anschauen und dann San Francisco bei Nacht betrachten. Ein Foto mit der Yodastatue vor den Lucasfilm Studios. Ein Large White Mocha im On The Corner – Café in der Haight und mit dem Barkeeper grüne Politik diskutieren. Den Poetry Slam habe ich gestern für die Kampagnenparty sausen lassen. Ein letztes Mal Kaffee trinken mit Erika. Ein letztes Mal Eis am Dolores Park essen. Ein letztes Mal im St. Francis Diner mit der Bedienung über die Stadtgeschichte reden. Ein letztes Mal die Bicycle Coalition besuchen (und endlich das Klemmbrett zurückgeben, das ich noch von ihnen habe). Die Tattoo Convention besuchen. Den Stundenplan für das Wintersemester erstellen.

Schon komisch: Drei Jahre lang war San Francisco mein großes Ziel. Und jetzt geht die Zeit zu Ende. Unbeschreibliches Gefühl.

2 Antworten zu “Abschied

  1. so ist das Leben, es wird neue Ziele geben. Wir freuen uns auf dich back in germany
    ruth

  2. Klingt nicht nach einem Abschied für immer.

    Interessant fand ich bisher, wie sehr sich das Bild der USA hier in Deutschland unterscheidet von deinen Beobachtungen. Man sollte wirklich nie die Fähigkeit zur Selbstkorrektur der US-amerikanischen Gesellschaft unterschätzen.

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