Kept busy

Arbeit: Es geht in großen Schritten voran. Mittlerweile wächst eine Datei auf meinem Computer in die Länge, welche später dazu genutzt werden wird, gezielt Geschäfte anzusprechen, damit unsere Kampagne dort Schaufensterplatz nutzen kann, vielleicht ein bisschen Geld für die Kampagne einzuwerben etc. (was heißt eigentlich gezielt? Wir schreiben jeden Laden mit Schaufenster an…)
Ansonsten war Montag wieder Kampagnenmeeting bei Mark, wir haben uns mit chinesischem Essen vollgestopft und die nächsten Wochen geplant. Samstag ist BBQ für die Freiwilligen – Juhu!
Dienstag abend war Füße kühlen angesagt, nachdem ich den Bernal Heights-Park erklommen habe – Bilder sind am üblichen Platz zu finden.
Übrigens, Bernal Heights: Ein wirklich netter Bezirk mit einigen sehr schönen Ecken, der vom touristischen San Francisco kaum wahrgenommen wird. Das wird hier übrigens sehr, sehr clever gehandhabt: Man hat einige Gegenden in der Stadt im Nordwesten, zu echten Touristenhochburgen ausgebaut (mit Little Italy, Chinatown, Japantown, Downtown mit dem Financial District, und natürlich Fisherman’s Wharf mit den Alcatraztouren. Überall dazwischen Cable Cars (die wirklich nur da betrieben werden, wo die Touristenscharen rumlaufen). Südlich gibt es die Market Street, die diagonal durch die Stadt verläuft. Als Touristin oder Tourist kriegt man den Eindruck, dass dahinter nichts nennenswertes mehr kommt; und in der Tat ist die Nachbarschaft, die SoMa (South of Market – kreativ…) heißt, nicht allzu nett: Große Geschäfte, Lagerhäuser, ein Untere-Mittelschicht-Wohngebiet, große, laute Straßen – nein nein nein, da will man nicht durch. Außerdem gibt’s da keine Cable Cars. Mutige Touristen verirren sich vielleicht noch auf die Hauptstraßen des Mission District, der hinter SoMa und ungefähr in der südlichen Mitte des Stadtgebiets liegt, die LGBT-Reisenden werden vielleicht noch die Reise in den Castro-Bezirk auf sich nehmen, der im Westen an Mission anschließt, und wer sich gern hippieesk fühlen möchte, wird sich noch den Berg zu Haight-Ashbury (im Norden von Castro) hoch quälen.
Nach drei Wochen in San Francisco spielt sich mein Leben größtenteils im Mission-Bezirk ab. Bernal Heights, im Süden der Mission, habe ich am Montag und Dienstag für mich entdeckt: Deutlich „weißer“ als Mission, aber trotzdem liebenswerte kleine Geschäfte, darunter einige echte Exoten, und Cafés, eine Eisdiele mit verführerisch leckeren veganen Kalorienbomben, und eben mit dem Bernal Heights Park, einer grünen Bergspitze mit Blick über die Stadt. Zu Füßen des Berges liegen die Häuser am Hang und lassen sich zuwachsen… aber hier wird sich kein Tourist und keine Touristin hinverirren (die miserablen Busverbindungen in dieser Stadt tragen bestimmt ihren Teil dazu bei.) Kulturell fühlen sich die „Bernals“ auch recht eigenständig und beleben eine kleine, feine Kunstszene, fernab der großen Hipsterströme, die gerade in die Mission ziehen, weil man da halt gerade wohnen muss. Ähnlich der Golden Gate Park: Eine wunderschöne Parkanlage im Westen der Stadt, und auch hier: Tourismus Fehlanzeige. Cleveres Völkchen, diese San Franciscans…
Mittwoch war hauptsächlich dem Einhacken von Informationen gewidmet. Vorher war ich noch mit WalkSF beim Mittagessen (leckerst vietnamesisch, und viel zu viel…), da werd ich wohl auch noch mal ein bisschen daran mitwirken, diese stadt fußgängerfreundlicher zu machen (und mir eine der coolen bicycle coalition – bodybags besorgen. tolle teile. und ich genieße die ambiguität des begriffes bodybag.) und heute abend war wiederum General Meeting der Grünen. Ich bin jetzt offiziell „active member“, und damit in zwei grünen Parteien Mitglied. (ja, so einfach geht das hier. Kostet nicht mal was.) Außerdem auf der Agenda: Cindy Sheehans Kongresskampagne (ja, unterstützen wir), ein sehr leidenschaftliches Plädoyer gegen die Fleet Week (eine Rekrutierungskampagne der US Armee) sowie den Columbus Day (den man lieber Indigenous People Day nennen sollte – wurde beides wegen Zeitmangel vertagt), und und und. Ich hatte Spaß.

Privat: Unsere WG ist jetzt vollständig, Sonya kam aus Afghanistan zurück und hat frischen Wind mitgebracht, wir kommen alle etwas öfter zusammen als vorher. Emily’s Freundin hat einen Job als Fötenwäscherin in einer Abtreibungsklinik und erzählt gerne davon. Arlen hat sich auf dem Heimflug von L.A. verliebt; sie zieht dummerweise in zwei wochen nach L.A. – in jenes L.A., das Arlen ganz schrecklich findet, genau wie ich. Bad luck, aber dafür schläft er die nächsten zwei Wochen nicht mehr bei uns…
Kelly baut gerade weiter an seiner Photokabine – sein aktuelles Projekt nimmt Gestalt an.
Unsere Nachbarinnen im Studio G hingegen haben am Montag abend Ahnenforschung betrieben und sich dabei in die verschiedenen Achtel ihrer Herkunft verstrickt. Was soll man da sagen? Valentina freut sich immerhin darauf, ihre französischen Verwandten (die Enkel der Schwester ihrer Großmutter oder so).

Und: Die Kreditkarte ist da!
Und: Ich will zum Bundeskongress! Wenn die noch Plätze haben, mache ich das. Danke für die Unterstützungsmails🙂

3 Antworten zu “Kept busy

  1. bodybag – zweideutig?
    hmmm

    wie genau?

  2. hihi, also wenn sanfrancisco überall so aussieht, wie auf dem ersten bild…. super!!!! klar zieh ich dahin

    aber die folgenden bilder… naja, viel viel viel hmmmm …. stadt?!
    😉 tausend küsse

  3. Bodybag: Im Deutschen bezeichnet man damit auch Umhängetaschen, im Englischen hingegen sind das Leichensäcke.

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